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Wohnen in neuer Dimension

29.04.10

Ergebnisse des Forschungsvorhabens zu innerstädtischem Bauen vorgestellt

Eine völlig neue Art des Bauens in der Innenstadt ist Inhalt des Forschungsvorhabens „Innovative Systembauweise im innerstädtischen Wohn- und Gewerbebau unter Zusammenführung von Stahltragwerk, Hüllenelementen und Energieversorgung“. Gestern wurden die Ergebnisse des vor zwei Jahren gestarteten gemeinsamen Projektes der Rudolstädter Systembau GmbH mit der Bauhaus Universität Weimar vorgestellt. Sie beinhalten sämtliche architektonischen, haustechnischen und gestalterischen Grundsätze. Ziel ist es, moderne Architektur mit den Anforderungen an Bauen in vornehmlich kleineren Innenstädten zu verbinden. Das Gebäude passt sich den verschiedenen Lebensphasen an.

Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit der RUWO als Bauherr am Schlossaufgang II in Rudolstadt entstehen. „Es handelt sich bei diesem System nicht um ein Bauvorhaben für einen konkreten Standort, sondern um ein Projekt, das in nahezu jeder innerstädtischen Situation anwendbar ist“, erklärt Hans-Ulrich Batzke, Geschäftsführer der Rudolstädter Systembau GmbH. Das Gebäude ist bezüglich der Grundrissgestaltung der Wohnungen an die verschiedenen Lebensphasen anpassbar, da es im Inneren über so gut wie keine tragenden Wände verfügt, so dass die Raumstruktur veränderbar ist. Zudem ist das Gebäude als Passivhaus konzipiert. Das heißt, der komplette Energiebedarf wird über Solarwärme selbst bedeckt. Dabei kommen ganz neue Materialien zum Einsatz. Außerdem ermöglicht es das Konzept, kurzfristig auf neue Entwicklungen in punkto Energieversorgung zu reagieren. „Wir haben den Anspruch, das moderne Konzept auch in der Fassade umzusetzen“, so RUWO-Geschäftsführer Jens Adolff.

Ende Juni will man die entsprechenden Vorschläge vorstellen. „Dann gehen wir in die Meinungsbildung“, so der RUWO-Chef. Auch er weiß, dass in Rudolstadt zuweilen konservativ über Bauen gedacht wird. Allerdings „müssen wir den Leuten klar machen, dass steigende Energiepreise und der demografische Wandel sich auch in der Architektur wiederspiegeln müssen“, so Bürgermeister Jörg Reichel (BfR). Mehr als 40 Interessenten für diese Wohnungen zeigen, dass man auf einem richtigen Weg ist.

Ostthüringer Zeitung, 29.04.2010
OTZ-Redakteurin Heike Enzian